Erster Blogbeitrag

Hallo und Willkommen auf meiner Blog-Homepage. Auf dieser Homepage halte ich Momente aus dem Alltagsgeschehen fest in Form von kleinen Geschichten. Das können Geschichten über Menschen sein, Tiere oder einfach Gedanken. Ich hoffe, dass diese Geschichten Euch eine kurze Auszeit vom Alltag geben und freue mich auch über das ein oder andere Feedback. Liebe  Grüße, Snezana

 

Das wenig gebrauchte Utensil

Stuttgart/Mai 2021

Auf meinen Spaziergängen im Wald mit und ohne Leonardo sehe ich und höre sie, noch bevor ich sie sehe; Fahrradfahrer. Sehr oft habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich manche erst wahrgenommen habe, nachdem sie schon unmittelbar hinter mir sind. Wenn man sie so gar nicht kommen hört, erschrickt man. Man hört ein „Wusch“; dann sind sie meistens schon vorbei, ohne zu klingeln. Mich ärgert dieser Umstand sehr; ich erschrecke jedes Mal. Ab einem bestimmten Zeitpunkt habe ich begonnen mich zu fragen, warum denn die gute alte Fahrradklingel nicht mehr benutzt wird. Heutzutage hat man Fahrräder, die technisch auf dem neuesten Stand sind, mit Motor, mit Alu- oder sogar Karbongestellen, Navis und Kilometerzählern. Eigentlich gehört eine Fahrradklingel bzw. Fahrradglocke (so wird sie in der STVO Fahrrad bezeichnet) mit auf den Lenker. Doch offenbar ist dem Fahrradfahrer von heute nicht mehr geläuftig, den Daumen nach vorne auszustrecken, und den Hebel an der Fahrradklingel/-glocke zu betätigen. Soweit ich mich erinnern kann dient das Klingelzeichen dazu, dass der Fahrradfahrer den Fußgänger darauf aufmerksam macht, dass ein Fahrradfahrer hinter ihm ist und der Fußgänger sodann auf seiner Spur bleibt, bis der Fahrradfahrer vorbei ist. Soweit die Theorie. Erst heute morgen auf dem Gang durch den Wald mit Leonardo habe ich mich mit anderen Hundebesitzern ausgetauscht, denen dieser Umstand ebenfalls aufgefallen ist. Liebe Fahrradfahrer, bitte nutzt die Klingeln, pardon, Glocken, an Euren Fahrrädern; sie haben einen Sinn und Zweck; die Fußgänger danken es euch.

Anzuchtkasten vs. Anzuchttopf

Stuttgart, 25.05.2021

In diesem Jahr habe ich meine Aussaat in Anzuchtkästen gepackt. Als ich damit angefangen habe, Pflanzen vorzuziehen bzw. einzusäen, habe ich Kokostöpfchen verwendet. Einfach mal anfangen, dachte ich mir, und schauen, wie es sich entwickelt. Im zweiten Jahr ging ich unter Anderem zurück auf bereits vorhandene Pflanztöpfe. Oftmals habe ich von gezogenen Pflanzen, die Plastiktöpfchen behalten. Ich fand es zu schade, sie wegzuwerfen. Und sie haben mir durchaus auch immer wieder gute Dienste geleistet, zb. beim Umtopfen der jungen Triebe. In diesem Jahr war etwas anders; vielleicht hat für die Veränderung den Ausschlag gegeben, dass ich auf dem Balkon keinen ausreichenden Platz hatte. Als Standplatz für die Anzuchttöpfchen habe ich eine kleine Palette genommen, die ich umgebaut habe. In den daraus entstandenen Zwischenräumen passen die kleinen Töpfe gut rein. Für größere Anzuchttöpfe wird es dann aber auch schon eng. Mir fiel nach den letzten zwei Jahren auf, dass die runden Töpfe mir etwas unhandlich geworden sind; und sie nehmen auch einiges an Platz weg. Und ganz nebenbei erwähnt, lösen sich die Kokosfasern nicht immer auf. In meinem Gemüsebalkonkasten fliegt noch ein Stück Kokos von einem Anzuchttopf von vor zwei Jahren herum. Also soviel dazu, dass sich die Kokostöpfchen auflösen. Nach einiger Recherche, und insbesondere nach meinem Gärtnereipraktikum, wurde ich neugierig auf die sog. Aussaatkästen. Nachdem ich in der Gärtnerei damit gearbeitet habe, fand ich, dass sie um ein vielfaches praktischer sind, als die einzelnen Töpfe. Obwohl ich nicht begeistert war, dass die Formen aus Plastik sind (mal wieder), wollte ich einen Versuch starten, einfach um es auszuprobieren. Ich meine, dass sie für mehrere Aussaaten deutlich besser zu handhaben sind. Im Vergleich zu einzelnen Töpfchen können deutlich mehr Jungpflanzen gezogen werden; auch das Gießen gestaltet sich einfacher. Wenn die Kästen dann leer sind, können sie gereinigt und wiederverwendet werden. In dem ganzen Plastikwahnsinn dann doch ein kleiner Hoffnungsschimmer.

Diese, und solche Hundespaziergänge

Stuttgart/Mai 2021

In der Regel sind unsere Hundespaziergänge angenehm. Es gibt hin und wieder Begegnungen, die etwas nervenaufreibend sind, weil nicht alle Hundehalter verstehen, dass ich es NICHT toll finde, wenn ein fremder Hund auf meinen mit Vollspeed zudonnert und ich deswegen den fremden Hund abblocke. Nicht selten finden diese Unterhaltungen dann kurz und knapp statt. Es gibt sehr angenehme Hundebegegnungen, über die ich mich sehr freue; wenn zum Beispiel Hundehalter ihre Hunde ohne Kommentar anleinen, wenn sie sehen, dass mein Hund an der Leine ist, und die Begegnung ist meist mit einem Lächeln beiderseits begleitet. Ich bin froh um jede solche Begegnung. Neulich hatte ich im Wald eine der Begegnungen, die mich zutiefst den Kopf schütteln ließen. Diese Art der Begegnung gehören zum Glück eher der Seltenheit an; doch im Moment selbst sind sie zunächst sehr heftig, und womöglich sorgt die Corona-Müdigkeit dafür, dass dieser Moment länger nachhalt als sonst. Ich lief mit Leonardo durch den Wald. Wir waren fast am Ende unseres Spaziergangs angelangt. Er lief unangeleint neben mir. Leonardo ist inzwischen 11 Jahre alt und ein Senior. In Menschenjahren gerechnet ist er etwa Mitte 60. Man merkt, dass er in diesem Alter deutlich langsamer unterwegs ist. Ein Rentnertempo eben, das wir gehen, zumindest an diesem Tag. Weil ich Kinder vor mir sehe nehme ich ihn auf der von den Kindern abgewandten Seite zu mir ran (Kinder links von mir, Leonardo rechts von mir). Als Hundekommando heißt das: „Bei mir“. Das bedeutet, er geht nahe bei mir. Ein Hund sollte das auch ohne Leine können, und Leonardo kann das. Wir bleiben stehen, und ich halte ihn am Halsband, warte, dass die Kinder mit den Eltern vorbeigehen. Dann kommt es zu einer Situation, die ich nicht kommen sehe: ein Kleinkind, ein Junge, schätzungsweise 6, 7 Jahre alt, stürmt aus ca. einer Armbreit Entfernung mit Gebrüll auf uns zu; er will wohl Leonardo erschrecken. Innerlich verliere ich gerade die Fassung, äußerlich bleibe ich zusammen; mein Gehirn versucht die Situation zu erfassen. Ich nehme mich wie in Zeitlupe wahr, meine Reaktion kommt in Sekundenbruchteilen. In meinem Kopf rattern die Gedanken ab: „wie es sein kann, dass ein Kind so etwas tut?“; „hat ihm niemand gesagt, das das saugefährlich sein kann“ und vor allem: keine Eltern weit und breit in Sicht. Ich brülle zurück:“Hey, das kannst du so nicht machen“, aber eben auch, weil ich vollkommen erschrocken bin und so überhaupt darauf nicht vorbereitet. Mittlerweile kann ich, wenn ich mit Leonardo unterwegs bin, so einige Situationen von weitem erkennen und darauf reagieren, doch auf so eine ist man als Hundehalter gänzlich unvorbereitet. Ich war innerlich völlig aufgebracht, durcheinander, erschrocken und auch wütend. Ich sehe mich um: die Mutter mit einer Freundin mehrere Hundert Meter weiter vorne, dann nichts. Kurz danach kam ein Mann, offensichtlich der Vater, nahm seinen Sohn und schob ihn weiter mit den Worten:“Das kannst du nicht machen, das kann gefährlich sein.“ Immer noch im inneren Film gefangen brülle ich hinterher:“Das kann sogar richtig gefährlich werden“. Dann kommt ein an der Situation gänzlich unbeteiligter Mann und fährt mich an, dass das Kind keine Gefahr ist; wenn überhaupt, würde von mir und meinem Hund die Gefahr ausgehen, da mein Hund unangeleint ist. Mir zieht es nun vollkommen die Schuhe aus; ab dann bin ich mit dem Mann nur noch am streiten, womöglich weil auch hier mein Verstand nicht nachvollziehen kann, was genau dieser Mann mir eigentlich sagen möchte. Ich antworte, dass mein Hund ruhig neben mir steht; dass das Kind eben meinen Hund erschrecken wollte, und eine solche Situation weitaus schlimmer hätte ausgehen können; dass es durchaus einem Kind nicht schaden kann, wenn man ihm Struktur gibt. Er streitet zurück, dass das Kind völlig unschuldig war, dass von dem Kind keine Gefahr ausgehen würde. Ich begreife immer noch nicht, was er mir sagen will. Irgendwann fährt er mich an, was denn sein Kind denn damit zu tun haben würde. Ich antworte, dass ich sein Kind doch gar nicht meine; es stünde doch ganz ruhig neben ihm und hat doch gar nichts gemacht. Sein Kind hat doch gar nichts damit zu tun. Dann dämmert mir, dass es keinen Sinn macht, mit ihm weiterzudebattieren; ich wende mich an Leonardo und sage:“Leonardo, komm, wir gehen“. (Leonardo stand nebenbei die ganze Zeit ruhig neben mir; ihm war das zuviel Trubel und Aufregung). Dann kam ein Satz von dem Mann, bei dem ich gefühlt ein „Klonk“ in meinem Kopf hörte, wie einen Anker, der auf dem Meeresboden aufschlägt. Der Mann wendet sich an Leonardo und sagt: „Ja, tschüss Leonardo“. Bei sowas kenne ich kein Halten; von Mensch zu Mensch lasse ich mich auf Debatten ein, doch es hört bei mir auf, wenn jemand versucht, grundlos mein Tier mit reinzuziehen. (Im übrigen stelle ich jedes Mal die Situation im Sinne meines Hundes klar; ob das ein „der mag das nicht“ ist, oder „der hat Angst“ oder „er ist schüchtern“ ist.) Diese Grenzüberschreitung, dass er versucht hat, seinen Frust an einem, meinem Tier auszulassen, das mit ihm überhaupt nichts zu tun hat, ihm überhaupt nichts getan hat, hat mich zu einer Handlung verleitet, die ich im Nachhinein zutiefst bedauert habe; ich habe sein Kind mit denselben Worten bedacht. Hinterher habe ich mich vor meinem inneren Auge bei dem Jungen entschuldigt; das Kind kann nichts für seinen Vater, der wohl die Situation gänzlich fehleingeschätzt und meine Reaktion auf sich und sein Kind bezogen hat, obwohl er und sein Kind überhaupt nichts damit zu tun hatten. Danach habe ich reflektiert, was ich unter Umständen hätte besser machen können, ob es tatsächlich einen Unterschied gemacht hätte, wenn Leonardo an der Leine gewesen wäre. Für mich wäre es eventuell mehr Sicherheit gewesen, und bestenfalls vermittle ich mit dieser meiner Sicherheit meinem Hund mehr Gelassenheit und Ruhe. Nach reiflicher Überlegung und nachdem ich mit anderen Menschen gesprochen habe, bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass es sehr wahrscheinlich unerheblich gewesen wäre. Ein anderer, jüngerer oder unsicherer Hund wäre höchstwahrscheinlich trotz Leine nach vorne gesprungen. Tiere nehmen solche Situationen anders wahr; sie reagieren sehr ursprünglich, und in einer solchen Situation eben unmittelbar auf abrupte Bewegungen. Wenn nun ein Kind, auf Augenhöhe mit einem Hund und mit Gebrüll, weil er den Hund erschrecken will, auf diesen zuspringt, dann wird der Hund unter Umständen, um sich zu verteidigen, und nur um sich zu verteidigen, einen Satz nach vorne machen, ob er nun an der Leine ist oder nicht. Die Worte bzw. die Beschuldigung des Mannes, dass von mir die Gefahr ausgehen würde, weil mein Hund nicht angeleint ist, hat mir die Realtität gezeigt, wie sie heute traurigerweise sehr oft Gang und Gäbe ist. Im Grunde haben die Eltern das Kind nicht beaufsichtigt und ihm auch keine Anleitung gegeben, wie man mit Tieren umgeht. Dem Kind kann man keinen Vorwurf machen. Das Traurige ist, dass der Mensch, wie der Mann, eher dem Tier den Vorwurf machen wird, obwohl das Tier in diesem Fall nichts anderes tut, als sich zu verteidigen. Betrachtet man die Situation anderserum: wie würde wohl ein Mensch reagieren, wenn er einen anderen Menschen aus einer Armbreit Entfernung mit Gebrüll auf ihn zurennen sieht, der ihn angreifen will ? … Genau.

Frühjahrsarbeiten im Balkongarten

Stuttgart/April 2021

Unbezahlte Werbung/Ad durch Firmennennung

Wie so viele finde ich Ruhe und Freude beim Gärtnern. Nicht erst seit Corona, schon wesentlich länger davor habe ich begonnen, mich dem Balkongarten zu widmen. Zunächst war es der normale Standard. Der erste Blumenkasten, der in die neue Wohnung mitgewandert ist, war von der Mama. Sie war es, die einen als Kind angeleitet hat, wie man den Blumenkasten mit Erde befüllt, einsät oder mit Blumen bepflanzt. Von ihr habe ich dieses Wissen. Besonders in den Momenten der psychischen Krisen hat mir das Balkongärtnern viel Stabilität gegeben, und gibt es mir noch immer. Vermutlich, weil ich auf dem Balkon arbeite. Bei offenen Fenstern strahlt die Sonne herein; man hört das Vogelgezwitscher, spürt die Sonne auf der Haut und irgendwann ist der Alltag mit allen Facetten ausgeblendet. Man konzentiert sich darauf, in welchem Abstand man die Pflanzen setzt, damit sie nicht zu dicht aufeinandersitzen; oder dass die Erde beim Andrücken nicht zu fest ist. Mit der Zeit habe ich festgestellt, dass die Erde in den Balkonkästen sehr dicht ist, fast betonartig. Ich habe mich gefragt, womit das zusammenhängt. Nach einiger Recherche habe ich herausgefunden, dass es ein Zusammenspiel ist zwischen der Erde, wie sie zusammengesetzt ist, und dem Wasser. Hier im Viertel haben wir kalkhaltiges Wasser; das bedeutet, dass die Blumenerde (vor allem die torfhaltige) mit zunehmendem Gießen verdichtet. Damit die Wurzeln jedoch atmen können ist es notwendig, dass die Blumenerde so locker wie möglich bleibt. Dazu mische ich sie zunächst wahlweise mit Quarzsand oder Urgesteinsmehl; letzteres ist magnesiumhaltig. In manchen Jahren haben die Blumen einen Magnesium- bzw. Kalziummangel entwickelt, was man an den Blättern erkennen konnte (Verfärbungen). Diesem habe ich durch Beimischung des Urgesteinsmehls versucht, entgegenzuwirken. Es hat recht gut funktioniert. Momentan favorisiere ich den Quarzsand; aber auch um zu testen, wie die Blumen sich halten und entwickeln. Seit etwa zwei Jahren ziehe ich die Pflanzen ab Februar/März vor. In der Vergangenheit waren es meist bienenfreundliche Blumen wie z. B. Kornblumen, Ringelblumen, Sonnenblumen oder Nigella; es war aber auch schon mal Dill dabei oder Borretsch. Der gesamte Kreislauf des Setzens, ob Blumen, Kräuter oder Gemüse ist sehr spannend. Am faszinierendsten war für mich die Erkenntnis, dass, je nachdem, was ich später im Jahr haben möchte, ich durchaus ein begrenztes Zeitfenster im Frühjahr für die Aussaat habe. Setze ich z.B. zu spät, habe ich später im Jahr keine Ernte. Vor etwa zwei Wochen hatten wir hier einen Wintereinbruch; eine Woche zuvor habe ich einige Blumensamen frisch eingesät. Damit mir die frisch gekeimten jungen Triebe nicht erfrieren, habe ich die Blumenkästen vorsichtshalber reingeholt. Sie haben es bis jetzt gut weggesteckt. Im letzten Jahr habe ich als ehrenamtlicher Gartenhelfer im Garten eines Altenwohnstifts in Stuttgart gearbeitet. Die Tätigkeit hat mir sehr gefallen; danach wollte ich mehr über den Beruf eines Gärtners erfahren. Ich organisierte ein Arbeitspraktikum in einer mittelständischen Gärtnerei (darüber berichte ich noch gesondert). Vorab: ich habe einige Einblicke in den vielfältigen Beruf des Gärtners bekommen (vielen Dank an dieser Stelle an die Gärtnerei Elsäßer!) Für die Augen war das viele Grün eine reine Wohltat. Nach Arbeitsschluss sind mir beim Gehen unter anderem die bepflanzten Schalen aufgefallen, und wie hübsch sie zusammengesetzt sind. Ich erinnerte mich an eine weiße Pflanzschale, welche ich vor ca. zwei Jahren gekauft habe, die nie in Verwendung kam. Die gesehenen Pflanzschalen haben mir so sehr gefallen, dass ich spontan an einem Samstagmorgen auf dem Blumenmarkt eine Ranunkel, ein rosafarbenes Kapkörbchen und einen Jasmin geholt habe. Ich erinnerte mich, dass ich zuhause auf dem Balkon zwei einsame Primeln stehen hatte sowie einen Lavendelstrauch, den ich abteilen wollte, weil der Stamm zu dreiviertel trocken war. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich die Pflanzen so angeordnet habe, dass sie gut Platz finden. Ich bin mir sicher, dass die Damen vom Fach in der Gärtnerei eine Technik haben, bei der das Setzen wesentlich leichter und schneller geht. Mit dem Ergebnis bin ich jedoch zufrieden und freue mich jedes Mal, wenn ich den Frühlingsgruß sehe.

Leonardo-Auszug aus einem Futtertagebuch

Wieviel Ernährung ausmachen kann, haben wir im letzten Jahr bei und mit Leonardo erlebt. Es ist verblüffend, welche kleine Veränderungen im Futterplan bewirken können. Aber von Anfang an.

Anfang letzten Jahres waren wir mit Leonardo mehrfach bei unserem Tierarzt. Unter Anderem haben wir wiederholt darauf hingewiesen, dass Leonrado gerötete Augen hat. Wir wissen, dass er empfindlich auf Zugluft reagiert, in diesem Fall mit geröteten Augen. Es war ungefähr März und zeitweise noch empfindlich kalt. Die Tierärzte wiesen auf Zugluft hin und verschrieben ein Augengel. Es wurde jedoch nicht besser. Wir haben insgesamt ein Augengel, Euphrasia-Tropfen und dann Eurphrasia-Tropfen in Kombination mit Globuli probiert; nach drei Monaten blieben die Augen unverändert gerötet. Zeitgleich fiel mir auf, dass seine Pfotenballen rissiger waren als sonst. Wir probierten es mit einer speziellen Pfotencreme. Es hat alles nicht geholfen. In etwa demselben Zeitraum habe ich begonnen, mich über das Thema Barfen einzulesen. Hier habe ich ein ganz wunderbares Buch gefunden: es heißt „Barf Senior“ und ist von Swanie Simon. Es ist vergleichsweise ein dünnes Büchlein, jedoch sind alle notwendigen Informationen enthalten. Nicht zuviel und nicht zuwenig. Es ist sachlich gefasst und verständlich formuliert (so dass auch Barf-Laien verstehen, worum es geht) . Man erhält schnell einen guten Überblick worauf es ankommt, und wie die Futterpläne zu erstellen sind. Ich habe es gekauft, weil bei Leonardo vor zwei Jahren eine Leber- und Niereninsuffizienz festgestellt wurde, für Windhunde in diesem Alter nicht untypisch. Die Werte waren nicht gravierend, jedoch schon grenzwertig. Wir haben daraufhin von Trockenfutter auf Nassfutter umgestellt. Damals habe ich angefangen, mich damit auszeinanderzusetzen, welche Zusätze man ihm ins Futter geben kann, die entgiftend auf Leber und Nieren wirken. Ich wurde recht schnell fündig, so dass wir begonnen haben, ihm unterschiedliche Zusätze zu geben, wie z.B. frisch gehackte Petersilie, Brennesselblätter, Löwenzahn oder auch Gelbwurz. Immer berechnet auf sein Körpergewicht und in unterschiedlicher Zusammensetzung. Gleichzeitig haben wir eine Tierheilpraktikerin konsultiert, die uns empfohlen hat, Mariendistel zu geben.

Im Zuge des Einlesens habe ich begonnen, eine Liste zu machen mit weiteren Zusätzen, die positiv auf Leber und Niere wirken. Und stolperte so zufällig über einen Abschnitt, in dem verschiedene Symptome beschrieben werden; und siehe da, es stellte sich heraus, dass Leonardo einen Zinkmangel hatte. Die beschriebenen Symptome waren u. A. Verhornungen an der Nase, rissige Pfotenballen sowie gerötete Augen, alles Symptome, die ich an ihm bereits wahrgenommen habe. Als Sofortmaßnahme habe ich Eierschalenpulver besorgt. Normalerweise kann man ganz normale Eier mit Schale geben; da Leonardo’s Immunsystem etwas geschwächt war, habe ich sicherheitshalber auf das Eierschalenpulver zurückgegriffen. Dazu kamen dann Pansen; ein guter Zinklieferant. Und siehe da, schon nach zwei Wochen ging es Leonardo deutlich besser. Die Augen waren nicht mehr gerötet, und auch die Risse in den Pfotenballen gingen auf ein Normalmaß zurück. Fakt ist jedoch, dass er einen Zinkmangel hat, und zeitlebens auf Substitution angewiesen ist. Ich war sehr erleichtert, dass es ihm wieder besser ging. Im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass wir ihm tatsächlich schon lange keinen Pansen gegeben haben, und das Zink im Nassfutter offensichtlich nicht ausreichend war.

Aufgrund der Leber- und Niereninsuffizienz lassen wir regelmäßig Bluttests machen. Erfreulicherweise haben sich sowohl Leber- als auch Nierenwerte deutlich verbessert, und ich bin tief beeindruckt, was schon kleine Veränderungen in der Ernährung ausmachen können.

Lockdown-Tagebuch

Stuttgart/Freitag, 18.12.2020

Nachdem in Deutschland die Infektionszahlen unaufhörlich gestiegen sind, hat die Bundesregierung nun beschlossen, einen erneuten Lockdown zu veranlassen. Aus meiner Sicht war diese Entscheidung dringend notwendig und fast schon überfällig. Ich für meinen Teil bin froh und erleichtert, dass dieser Beschluss gefasst und so rasch umgesetzt wurde. In diese Erleichterung mischte sich zunächst auch Sorge. Ein Lockdown bedeutet eine nochmalige Einschränkung hinsichtlich der Kontakte und des Ausgangs. Gegen Ende des Sommers habe ich festgestellt, dass sich bei mir eine leichte Müdigkeit eingestellt hat. Das wird wohl die Corona-Müdigkeit sein, von der im Laufe des Sommers die Rede war. Dass ich wusste, dass es die Corona-Müdigkeit gibt, gab mir ein Gefühl von Sicherheit, da ich es einzuordnen wusste. Man kann dann damit um einiges besser umgehen, als wenn man nicht weiß, was es ist. Seit Mittwoch, dem 16.12.2020 gelten nun die neuen Bestimmungen; unter Anderem gilt eine Ausgangssperre ab 20:00 Uhr. Es gibt bestimmte Ausnahmeregelungen, wie z. B. für Hundebesitzer, die nach 20:00 Uhr nochmals mit ihren Hunden auf die Straße müssen. Am Mittwochabend dann nach 20:00 Uhr schaute ich aus dem Fenster. Das Bild das sich bot war schon etwas gespenstisch; leere Straßen, keine Menschen, die mehr unterwegs waren. Nur die Hundebesitzer mit ihren Tieren sah man in den Straßen laufen. Das wiederum hatte etwas tröstliches, und nebenbei auch einen lustigen Moment. Denn man sah so manche Lichter-Blink-Kette die Straßen entlangschweben. Als Hundebesitzer weiß ich, dass es sich um eine Art blinkendes Halsband handelt. Es ist eigentlich als ein Sicherheitsmerkmal gedacht. Mit diesem Lichter-Halsband nimmt man die Hunde im Dunkeln besser wahr, was sowohl dem Fußgänger als auch dem Autofahrer entgegenkommt.

Ich musste an Weihnachten vor zwei Jahren denken. An Heiligabend habe ich Menschen mit Kerzen die Straßen entlanglaufen sehen. Dieses Bild hatte etwas sehr tröstliches. Ich fragte mich: wie wird Weihnachten wohl dieses Jahr aussehen? Zum Glück gibt es seit Jahren kleine Lichterketten, die die Menschen gerne an den Fenstern anbringen. Ich mochte bis heuer diese Lichterketten eigentlich nicht; ich befand, dass sie mir zu ktischig seien. Doch irgendwie haben sich diese kleinen Dekolichter langsam in mein Herz geschlichen, so dass ich eine kleine Lichterkette vor Kurzem erstanden habe. Jetzt hängt sie im Fenster und ich bin sehr froh, dass sie da ist.